Eintrag 61: This Time for Real

Eintrag 61: This Time for Real

I.

Der Imperator, oder wie der Volksmund zu sagen pflegt Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, fasste kurz vor Weihnachten das Jahres 2018 den Entschluss zu tun wie er auf nahezu jeder Wahlkampfveranstaltung versprach: er befahl innerhalb von 100 Tagen sämtliche amerikanische Truppen aus Syrien abzuziehen!

Er hatte dies fast ein Jahr vorher im April 2018 schon einmal versucht, als wie von Zauberhand ein Giftgasangriff sich zutrug; der konnte zwar als Fake der sogenannten „White Helmets“ insgesamt entlarvt werden, indem die „Opfer“ später eine Pressekonferenz in Den Haag gaben, wo sie die Hergänge schilderten – was deutsche Staatsmedien dazu veranlasste, von „Russland setzt Opfer unter Druck“ zu reden. Auch konnte die Frage nie abschließend geklärt werden, warum Präsident Assad genau einen Tag nach Ankündigung des Imperators, den Truppenabzug anzuordnen, veranlasst haben könnte, genau den einen Befehl zu geben, nämlich Giftgas einzusetzen, welcher mit nahezu 100%tiger Sicherheit das Verbleiben der Truppen des Imperiums in Syrien garantiert, aber wer stellt schon Fragen, der von ZDF oder ARD oder ähnlichem bezahlt wird, „weß Brot ich eß, des Lied ich sing“ und das Lied heißt: „Assad muss weg!“

Republican presidential candidate Donald Trump speaks at a event at Drake University in Des Moines, Iowa, Thursday, Jan. 28, 2016. (AP Photo/Andrew Harnik)

Der Imperator, so berichteten vor Angst schlotternde kleine Mädchen die sich gerade noch einmal mit knapper Not in Sicherheit bringen konnten, hatte damals in seinem Palast The White House getobt, Teller an die Wand geworfen, mit Büsten seiner Vorgänger unschuldige Hunde erschlagen und hasserfüllte tweets in die Welt gesetzt, wo er den syrischen Herrscher als „Tier“ bezeichnete… OK, das ist bis auf die tweets gelogen!

Wahr ist vielmehr, dass Trump eine sehr genaue Untersuchung der Ereignisse von Duma angeordnet hatte, nicht, weil ihn das übermäßig interessieren würde, sondern um sicher zu gehen, dass ihm das nicht noch einmal in die Quere kommt, die offensichtlich zu dem Ergebnis gelangte, dass dieser Giftgasanschlag inszeniert worden war um eine Rechtfertigung der weiteren Anwesenheit der Amerikanischen Truppen in Syrien zu schaffen!

Vor wenigen Tagen wurde in den USA das Budget für das Militär ausgehandelt. Hier war tatsächlich überraschend, dass der als großer Freund des Militärs bekannte Imperator plötzlich anfing darüber zu sprechen, die Ausgaben für das Militär seinen „geisteskrank!“ Man müsse mehr Geld in den Aufbau der inneren Infrastruktur freigeben. Allerdings unterzeichnete er das Budget von 75o Milliarden $ dennoch.

Beobachter gehen davon aus, dass der Abzug der Truppen aus Syrien hiermit in Zusammenhang stünde – Kriege sind teuer und der Imperator will sparen! In Syrien gibt es für die USA nichts zu gewinnen! Das Geld wird im wörtlichen Sinne nutzlos verpulvert! Kein Weihnachtsgschenk, „America first“ – ein Blick in die Bilanz wird ergeben haben, dass die Verluste, die die USA in Syrien machen zu erwartende Gewinne nicht rechtfertigen!

Wenig erstaunlich ist, dass der Imeprator seinen obersten Feldherren James „Mad Dog“ Mattis mit der Ankündigung seines Abzugs vergrault hat, der erklärte nämlich seinen Rücktritt mit der Begründung, die Ansichten des Imperators nicht zu teilen:

Das ist nicht weiter erstaunlich.

Auch nicht erstaunlich ist die Reaktion des Oberfuzzis im Außenamt der Kolonie Teutonia! Das Heiko gibt sich ernstlich überrascht:

 Heiko Maas zum Truppenabzug aus Syrien

Und überrascht wird er auch gewesen sein! Man konnte es in Afghanistan beobachten: Trump sprach vom Rückzug aus Afghanistan und stockte daraufhin die Truppen auf! Wer konnte damit rechnen, dass er plötzlich ernst macht! Darüber hinaus konnte Heiko sich darauf verlassen, dass die Gegner des Imperators schon Sorge tragen werden, dass der Imperator von Truppenabzügen reden kann, aber nichts tun!

Das teutonische Außenministerium selbst hatte wie ein Chihuahua an der Leine gebellt, alles müsse unternommen werden, die letzte Bastion der Islamistischen Terroristen in Idlib gegen die Syrian Arab Army zu verteidigen!

Lustig ist, dass ihn die Entscheidung Trumps im unmittelbaren Anschluss an seine Werbetour nach Kuweit und in den Irak trifft, auf der er sich auch als Förderer des kurdischen Teils des Irak profilieren wollte!

Erstaunlich war auch nicht die unmittelbare Reaktion der teutonischen Kriegstreiber-Presse, die der Abzug Amerikanischer Truppen aus Syrien in schreiendes Entsetzen versetzte!

II

Überraschend fand ich allerdings im ersten Moment, mit welcher Selbstverständlichkeit die in der Türkei geborene Kurdin und in Gender-Studies studierte Abgeordnete der Partei Die Linke Helin Evrim Sommer den Truppenabzug als „schäbiges Spiel“ betrachtet und sich dagegen aussprach!

Entsprechend befremdlich klingt auch ihre Pressemitteilung:

„Die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, die amerikanischen Soldaten vollständig aus Nordsyrien abzuziehen, bedeutet einen Freibrief für Erdogans antikurdische Kriegspolitik. Zuvor hatte schon der russische Präsident Putin die Türkei dazu angestachelt, die kurdisch geführten „Syrisch-Demokratischen Kräfte“ (SDF) anzugreifen. Um einen Deal mit seinem türkischen Autokraten-Kollegen zu bekommen, hat Putin nicht nur die Kurden zum Abschuss freigegeben, sondern auch die territoriale Integrität Syriens auf dem Altar russischer Interessenpolitik geopfert. Russland hat damit eingewilligt, dass die Türkei im Rahmen ihrer neo-jungtürkischen Expansionspolitik große Teile Nordsyriens im Bündnis mit syrischen Islamistengruppen als Einflusszone für sich beansprucht und möglicherweise sogar annektieren könnte.

Statt den unbeteiligten Zuschauer zu spielen, muss die Bundesregierung den angekündigten erneuten Völkerrechtsbruch des NATO-Mitglieds Türkei unmissverständlich zurückweisen und zum Gegenstand von NATO-Konsultationen machen. Ein NATO-Partner, der mit Al-Kaida-Terrorbanden in Syrien paktiert und der die Kurden als Hauptgegner des IS ausschalten will, ist die größte Gefahr für den Frieden im Nahen Osten. Deutschland muss seine Premiumpartnerschaft mit der Türkei beenden und darf nicht diejenigen im Stich lassen, die die Hauptlast im Kampf gegen das menschenverachtende Terror-Kalifat des IS getragen haben und die sich noch immer für ein freies, geeintes und demokratisches Syrien einsetzen. Es passt zwar eindeutig zu Trump, erst die Kurden die Kastanien aus dem Feuer holen und sie anschließend wie eine heiße Kartoffel fallen zu lassen. Das verträgt sich aber nicht mit der oft beschworenen werteorientierten Außenpolitik Deutschlands.“


Pressemitteilung: Premiumpartnerschaft mit der Türkei beenden

Es fängt schon einmal damit an, dass nicht die SDF die Hauptlast des Krieges gegen den IS getragen haben sondern die Syrian Arab Army. Diese Legende wird alledings von Linken seit langem kolportiert, unter anderem auch vom Herrn Rechtsanwalt Dr. Gisy. Das ist aber eine Perfidie, die genau anzielt, den Syrischen Staat zu delegitmieren, gemäß der Politik der EU: „Assad muss weg!“

Wenn nun die Abgeordnete fordert, dass die US-Truppen weiterhin völkerrechtswidrig in Syrien stationiert bleiben sollen, so steht das im Widerspruch zur „territorialen Integrität“ Syriens und impliziert, dass die SDF als Söldner der USA tätig waren. In der Tat hätte diese SDF sich mit der Syrian Arab Army vereinigen müssen und US-amerikanische Truppen ablehnen, würden sie sich für „ein freies, geeintes und demokratisches Syrien einsetzen.“ Diese Formulierung, die im Grunde jeder unterschreiben könnte, ist exakt der Code für das von Anfang an festgelegte Kriegsziel „Assad muss weg!“, welches ja offensichtlich nicht durchsetzbar ist, jedenfalls nicht ohne die berühmten amerikanischen „boots on the ground“.

Frau Sommer meint: „Zuvor hatte schon der russische Präsident Putin die Türkei dazu angestachelt, die kurdisch geführten „Syrisch-Demokratischen Kräfte“ (SDF) anzugreifen.“ Wie er das gemacht haben soll wird nicht ersichtlich, abgesehen davon, dass Erdogan keine „Anstachelung“ durch den Russischen Präsidenten benötigt, denn der türkisch-kurdische Konflikt hat keinerlei Zusammenhang mit Russland. Dieser steht eher im Widerspruch zu Russischen Interessen!

Einen „NATO-Partner, der mit Al-Kaida-Terrorbanden in Syrien paktiert“ nennt die Abgeordnete Sommer die Türkei und verschleiert dabei, dass al Kaida schon alleine von ihrem Ursprung als Söldnerarmee gegen die UdSSR in Afghanistan eine über Saudi Arabien aufgebaute Söldnerarmee der NATO ist! Zu Beginn des Syrienkrieges war die Türkei auch entsprechend Frontstaat der NATO, was ja so weit ging, dass die Türkei ein Russisches Flugzeug abgeschossen hatte und Moskau daraufhin die Beziehungen auf Eis legte. Einen heilsamer Schock traf Erdogan erst, als von der NATO-Basis Incirlik aus ein Putschversuch gegen ihn selbst geführt wurde.

Wir haben also mit SDF und al Kaida/IS zwei im Dienste der NATO stehende Akteure, die um die Vorherrschaft über ein Gebiet ringen. Die SFD hat keine „Kastanien aus dem Feuer geholt“, sie versuchte sich mit Unterstützung der US-Luftwaffe eine Machtposition zu verschaffen. Was will Frau Sommer mit „NATO-Konsultationen“ erreichen? Das einzige, was ich mir vorstellen kann wäre, die US-Truppen durch andere NATO-Streitkräfte zu ersetzen! Dafür spricht auch die aggressive anti-russische Rhetorik der Abgeordneten Sommer. Wie seit Jahren dienen hier kurdische Separat-Interessen als Vorwand imperialer Besatzung! Solche Verwendung ethnischer Separat-Interessen kennt die Kriegführung in Europa seit dem Römischen Reich und Großbritannien hat sein gesamtes Empire auf die Ausspielung ethnischer Separat-Interessen in den Regionen gebaut.

Darüber kann auch nicht hinwegtäuschen, dass die Türkei ein NATO-Staat ist. Erdogan hat eigene Vorherrschaftsinteressen in Syrien aber er repräsentiert auch eine internen Widerspruch der NATO. Es geht bei der Linie der Abgeordneten Sommer also mehr darum, den Druck der NATO auf Erdogan zu erhöhen, dessen Russland-freundliche Politik ein internes Hindernis für die NATO gegen Russland darstellt!

Frau Sommer scheint mir eine dieser EinflussagentInnen zu sein, die die Linke im Sinne der NATO manipulieren sollen! Der Linken-Abgeordnete Alexander Neu fasste in einer Debatte um die Verlängerung des Bundeswehr-Mandats für Syrien die Absichten noch prägnant zusammen:

Auf Herrn Neu bricht jetzt die übliche Diffamierungskloake ein, mit der seit Mitte der 90er Jahre die Linke (als Bewegung nicht als Partei) gesäubert wird:

In der Tat kann es nicht aufschlussreicher sein, wenn das in einem Zusammenhang kommt, in dem Linke die aus klassischer linker Sicht ANTI-LINKESTE Forderung, die es überhaupt nur geben kann, stellen, nämlich die Besatzung eines Landes durch US-Militär!

Was Heikos Reaktion betrifft ist es klar: die von ihm vertretene Fraktion des Kapitals erleidet einen Rückschlag! Alleine durch die Tatsache, dass die USA erstmals seit Jahrzehnten abziehen wie sie gekommen waren. Linke aber sollten die Tatsache, dass dieser Krieg von den USA überhaupt erst als verdeckte Operation begonnen wurde und ohne die USA niemals möglich gewesen wäre keinesfalls unter den Tisch kehren! Und erst recht nicht sollten sie den Verursachern des Krieges nicht die Rolle der Schutzmacht zuweisen! Von Anfang an war klar, dass wenn die Kurden sich mit dem US-Militär gemein machen, dass das kein gutes Ende nehmen kann!

Ganz von ungefähr kommt das alledings nicht! Wir kennen die mörderische Israel-Affinität der Antideutschen! Und es waren die Antideutschen, die es etabliert haben, klassische linke Politik mittels Antisemitismus-Diffamierungs-Kampagnen abzuwürgen! Es deutet sich also der Zusammenhang hinter den Kulissen an, wenn jetzt die Kurden vorgeschoben werden um doch noch eine Verlängerung des Syrienkrieges bis zum Sturz Präsident Assads zu erreichen!

Gender-Studies sind Teil der globalistischen Ideologie! Sie fabulieren das Menschenbild aus, das diesem modernen Imperialismus zu Grunde gelegt wird! Im ersten Moment mutet es wie eine kognitive Dissonanz an, wenn das genau mittels eines Kurdischen Ethno-Bauern-Staates befördert werden soll. Im ersten Moment, denn freilich ist ein solcher Staat ebenso wenig lebensfähig wie Bosnien-Herzegowina. Und genau das ist die Absicht: der entstehende Kurden-Staat soll nicht lebensfähig sein, er soll als EU-abhängiger bzw. NATO-abhängiger permanenter Konfliktherd die Region endgültig zersprengen! Language matters, die Abgeordnete Sommer formuliert sich über sie SDF “ …die sich noch immer für ein freies, geeintes und demokratisches Syrien einsetzen“, was eine Formulierung ist, die jeder Zeit ein Abrücken ermöglicht.

Was Deutschland betrifft haben wir eine fast abgeschlossene Umwertung dessen, was als „politisch links“ gilt. Kurz gefasst hat man den Begriff „Imperialismus“ durch Globalisierung ersetzt und daraus das neue Links gemacht! Man kann den sogenannten Rechten, die Globalisierung mit Links gleichsetzen, noch nicht einmal mehr widersprechen, da die Linken das in signifikanter Anzahl selber tun!

Niemand braucht eine NATO-Flanke links von den GRÜNEN! Aber genau das wird von Abgeordneten wie Frau Sommer etabliert!

Das ist nicht neu und ich hätte gar nicht überrascht sein brauchen, es fügt sich in die Aktivitäten der Abgeordneten Buchholz zu Beginn des Libyen-Kriegs im Februar 2011 ebenso wie die „Adopt-a-Revolution“-Politik der Parteivorsitzenden Kipping! Jetzt wird nur mit offeneren Karten gespielt!

Frau Buchholz forderte noch unter der Fahne des Königs Idris, der vor allem bekannt dafür war, Sklavenhändler zu beauftragen für seinen Harem Lustknaben zu beschaffen, die Zerschlagung der Arabisch-Sozialistischen Jamhirija, dei sie als „Gaddafi Dikatur“ bezeichnete, wobei sie sich scheinheilig verbal gegen den Einsatz von NATO-Militär äußerte! Was natürlich unmöglich gewesen wäre und es mutete seltsam an, würde Frau Buchholz das nicht gewusst haben. Dass sie es wusste geht aus ihrem Positionspapier vom 12.April 2011 hervor.

Frau Sommer betreibt nun direkt Politik einer als Minderheitenschutz getarnten imperialen Besetzung!

Nichts von dem, was in Syrien geschieht, wäre ohne dem Betreiben des Westens, der NATO-Staaten geschehen. Es ist schon ausgesprochen zynisch, jetzt die NATO als Schutzmacht auszurufen! Die USA haben einen Krieg in Syrien initiiert, jetzt ziehen sie ab. Den Schaden, der davon zurückbleibt, haben alle in Syrien und weit über das Land hinaus, nicht nur Kurden! Die neue Entwicklung sollte als Chance wahrgenommen werden, Syrien wieder als einheitliche Nation zu rekonstruieren! Was selbstverständlich auch beinhaltet, dass die Türkei sich aus innersyrischen Angelegenheiten zurückzieht!

Finales Bonmont: