Eintrag 66: Ein außergewöhnliches historisches Ereignis

Eintrag 66: Ein außergewöhnliches historisches Ereignis

Als solches feierte der Präsident des EU-Parlamentes den versuchten bewaffneten Putsch in Venezuela.

Und das ist nicht untertrieben!

Ich denke, in der Geschichte der versuchten bewaffneten Machtergreifungen, und die sind ja nun keine Seltenheit, war der von Juan Guaidó gegen Nicolas Maduro wohl der stümperhafteste, ich traue mich diesen Superlativ zu verwenden, aller Zeiten!

Ein Video im Dämmerlicht, aufgenommen vor einer Kaserne mit 7 Soldaten im Hintergrund, als Startschuss für einen bewaffneten Aufstand. Sollte suggerieren, die Kaserne sei bereits eingenommen. Und es gab wohl noch eine handvoll Soldaten mehr, die den Hauptdarsteller Guaidó unterstützten. Brasilien meldete am Tag danach, 24 Soldaten hätten in der Botschaft um Asyl gebeten. Der als Rädelsführer von Todesopfer-fordernden Unruhen unter Hausarrest gestellte Oppo Leopoldo Lopez schien ungehindert in die Stadt gehen zu können und sich mit Guaidó treffen, nur um ein paar Stunden später in der chilenischen Botschaft Unterschlupf zu suchen. Die war ihm wohl nicht schön genug, er wechselte später das Hotel und siedelte in die spanische um.

Tragisch war es nur für einige Zivilisten, die dem Putsch-Aufruf des adretten Herrn Guaidó gefolgt sind. Von 85 Festnahmen ist die Rede. Es gab auch Verletzte. Tote sind bisher nicht bekannt. In einem Reichenviertel wurde ein Aufständischer von einem Militärfahrzeug gerempelt. Davon gibt es ein Video, das Rechte und Presse millionenfach im Internet verbreiteten mit Sprüchen, als habe Präsident Maduro höchstpersönlich den Wagen gefahren und ein wahres Tiananmen-Massaker angerichtet. Überhaupt scheint sich dieser Putsch im Wesentlichen in sozialen Medien, in der Presse und auf Pressekonferenzen in Washington abgespielt zu haben.

Alle Berichte von vor Ort, die ich auftreiben konnte und die nicht von offiziellen BBCs, CNNs usw. sind teilten nur lapidar mit, dass keiner eine Ahnung habe, was eigentlich los sei, das Leben ginge seinen gewöhnlichen Gang in Caracas und in ganz Venezuela.

Irgendwann erklärte Nicolas Maduro Guaidó’s Putsch für besiegt.

Der Verbleib des von der Regierung der Bundesrepublik Deutschland und dem bürokratischen Wasserkopf der EU als „legitimer Übergangspräsident“ anerkannte Guaidó ist momentan unklar. Dass er sich in die chilenische Botschaft verkrochen habe blieb bislang unbestätigt.

Titel von Komödien-Klassikern kommen einem in den Sinn. „Ein Sturm im Wasserglas“, „Viel Lärm um nichts“ usw.

Nach der Guaidó-Pleite traute sich für die glorreiche EU kein hochrangiges Exponat der Nomenklatura vor die Presse. Eine von irgend einer Frau XY unterzeichnete Erklärung erklärte – gar nichts, einfallslose Kalauer.

EU-Erklärung zu Venezuela

Seit über einem halbe Jahr ist jedes Wochenende in Paris mehr Widerstand aus dem Volk auf der Straße. Komischerweise ist die EU da auf Seiten der Regierung. Muss daran liegen, dass in diesem Falle die EU die Regierung ist, gegen die die Proteste sich formieren!

Witziger kam Ex-CIA-Boss Pompeo rüber, der im amerikanischen Fernsehen, sogar dem Trump-Administration-feindlichen CNN, etwas von Flugzeugen halluzinierte, die Maduro nach Kuba ausfliegen sollten aber dann hätten die Russen… Ach so ja, die Russen, Russian meddling, das darf natürlich bei keinem Ereignis fehlen!🤣🤣🤣🤣🤣 Nicht vergessen: Russland hat heimlich die Weltherrschaft, und weil die so geheim ist, dass keiner sie mitkriegt, muss die amerikanische Regierung uns ständig daran erinnern!

Am lächerlichsten machte sich natürlich der studierte Jurist und Merkel-Außenminister, SPD-Heiko Maas. “ Dabei bleibt für Maas klar: Der legitime Übergangspräsident Venezuelas heißt Juan Guaidó.“ vermeldet das Deutsche Auswärtige Amt. OK. Vielleicht sollte jemand dem, wie man solche Leute in Bayern traditionell nennt, windigen Zigarettenbürscherl Heiko die Deutsche Sprache beibringen. Einen Mann, der soeben mit einer bewaffneten Machtübernahme so gescheitert ist, dass die eignen Landsleute größtenteils die Tatsache nur aus dem Fernsehen kennen, als „legitimen Übergangspräsident“ zu bezeichnen, kann nur bedeuten, dass dem Sprechenden der Wortsinn unbekannt ist.

Was sollte das eigentlich jetzt? Nun, haben ja schon viele erkannt. Einen pretext für eine amerikanische Militärintervention schaffen. Aber dafür braucht man mehr als ein Militärfahrzeug, das absichtlich oder aus Versehen einen einzigen Demonstranten gerammt hat.