Eintrag 68: The Power of… whatever

Eintrag 68: The Power of… whatever

I. Fernsehabend mit Iran

Die Geschichte geht so: Trump habe nach dem heimtückischen Mord an einer amerikanischen Überwachungsdrohne durch das iranische Militär Bolton nachgegeben und einen Angriff auf den Iran befohlen.

Dann hat er sich vor den Fernseher gesetzt und erst einmal seine Lieblings-Newsshow „Tucker Carlson Tonight“ geschaut. Tucker ist das, was man einen „tradcon“ nennt. „traditional conservative“. Also einer, der auf traditionelle Werte und Gepflogenheiten setzt. Und unter Amerikanern bedeutet das auch: „Ein Mann ist nur so viel wert wie sein Wort!“ Er erinnerte daran, dass Trump seine Wahlkampagne auf die Beendigung der „useless wars in the middle east“ und „bringing home the troops“ gebaut hat. Und dass der Iran aus amerikanischer Sicht gesehen natürlich voll Scheiße ist, aber weit weg und keine Bedrohung für die USA und die Verfassung erlaubt nur militärisches Handeln um direkte Bedrohungen der USA abzuwehren. Keine Bedrohung abzuwehren, keine amerikanischen Leben in Gefahr, kein Militäreinsatz, so einfach sei das.

Trump habe dann beim Fernsehen ein Einsehen gehabt „Ja, stimmt eigentlich, Tucker hat völlig recht“ und den Angriff wieder zurück gepfiffen.

Don’t take my word for granted, die ursprünglich Quelle ist das Politik-Magazin „The Hill“ und ich habe sie ursprünglich von Jimmy Dore.

II Does Sozialism hurt?

Ob das dann auch so der Wahrheit entspricht oder es eine Legende ist, niemand weiß es, der nicht dabei war und ich war nicht dabei also weiß ich es natürlich nicht. Ist auch nicht so wichtig, mir gefällt die Geschichte so.

Trump will nächstes Jahr seine 2.Amtszeit. Einen Krieg mit Iran anfangen würde das sehr gefährden.

Der Durchschnittsamerikaner interessiert sich nicht für den Iran. Das war vor 30 Jahren mal. Heute ist der Iran für den durchschnittlichen Amerikaner irgend eine Diktatur mit viel Erdöl irgendwo. Wahrscheinlich in der Nähe Israels. Er weiß, dass Israel sich durch den Iran bedroht fühlt, also muss der Iran in der Nähe Israels sein. Die Präsidenten oder so im Iran heißen irgendwie Mullah und alle sind Moslems. Aber der Durchschnittsamerikaner hat andere Sorgen und er hat die Schnauze voll davon, Unsummen an Dollars auszugeben um Krieg gegen irgend welche Diktatoren zu führen, die irgend wo am anderen Ende der Welt sind.

Der Durchschnittsamerikaner hat noch nicht einmal mehr Lust gegen „Diktatoren“ im eigenen Hinterhof Krieg zu führen!

Man sehe sich die gesamte Gräuel-Propaganda an, mit der der Durchschnittsamerikaner für den Angriff auf Venezuela begeistert werden sollte: klar, ein paar ganz besondere Kommunistenhasser kann man damit schon in Bewegung versetzen, aber das sind höchstens 5% der Bevölkerung.

Bei einem Großteil hatte die Venezuela-Aktion sogar einen gegenteiligen Effekt: überall wurden Artikel geschrieben und Gespräche geführt, die die Sanktionen in Frage stellten. Man erinnerte sich plötzlich daran, dass es nicht die amerikanische Regierung war sondern Hugo Chavez, der mittellose Amerikaner im Winter mit kostenlosem Heizöl versorgte! Ob Sozialismus so schlecht sei, wie immer behauptet, wird plötzlich diskutiert.

Jaja, die Venezuela-Aktion, das war, Ihr wisst schon…

Sin City – Backfire

III Israel vs Iran

Ich denke ja, nach dem Venezuela-Flop wollte Mr. National Security Adviser Bolton unbedingt ein Heimspiel und dachte: „Den Iran hassen alle, also sofort alle Rohre auf Iran!“ – denn er hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt!

Typen wie Bolton sind out! Keiner kann ihre hässlichen Fressen mehr sehen! Und warum sollte man etwas gegen irgend ein Land irgendwo auf der Welt haben, das einem überhaupt nichts getan hat? In den berüchtigsten Käffern, dort wo sie mit Knarre und Cowboy-Hut rumlaufen und das bedeutendste Ereignis des Jahres das Rodeo am Rindermarkt ist kannst du den Leuten keinen Krieg gegen den Iran mehr verkaufen. Aber dort kann Donald Trump sich die Wählerstimmen sichern mit exakt 2 Worten: „America first!“ Und wenn Trump jetzt einen Krieg gegen den Iran anfängt und american taxpayer money damit verbrennt, dann sagen diese Leute: „Der ist genau der gleiche Pisser wie alle anderen in Washington“.

Trump ist ja bekanntermaßen Israels größter Fan, aber es gibt die einzige Sache, die ihm wichtiger ist als Israel: dass ihm die Herzen dieser Sorte Amerikaner zufliegen!

Ich denke also, man kann Entwarnung geben obwohl Aufmerksamkeit weiterhin gefragt ist – Trump wird weiterhin Lärm machen und die Sanktionen bleiben, aber mehr nicht.

Zu den Tankern fällt mir natürlich als erstes Israel ein. Ist auch nur Spekulation, aber mit der Argumentation Pompeos, wer in der Region so etwas überhaupt vom Know-how her könnte, kombiniert mit der Frage: „cui bono“, beantwortet sich das mit Israel und Saudis. Eine fifty-fifty-Wette.