Eintrag 74: Schildbürger reiten mit Kara Ben Nemsi durchs wilde Kurdistan

Eintrag 74: Schildbürger reiten mit Kara Ben Nemsi durchs wilde Kurdistan

Columba: „Ah, ich verstehe, Ihr seid Revolutionäre, keine Banditen. Nun, für die Campesinos ist es egal, ob sie von Soldaten, Banditen oder Revolutionären geplündert werden.“

I

Die westliche Wertegemeinschaft steht Kopf!

Man ahnte, es könne geschehen, glaubte aber so wirklich nicht dran, doch der denkbar größtmögliche Skandal ist eingetreten: der Präsident der Vereinigten Staaten Donald Trump wies seine Truppen in Syrien an, sich aus diesem Land zurück zu ziehen! Jetzt ist es besiegelt! Nach der Ermordung Muammar al Gaddafis hat der Teil der Welt, der nicht westliche Wertegemeinschaft ist, in Hinterzimmern und langwierig, aber doch bestimmt, entschieden, dass den Kriegen der Westlichen Wertegemeinschaft ein Ende gesetzt werden muss. Syrien wurde der Wendepunkt. Der Krieg des vom Westen mit den Saudis hochgezüchteten IS gegen die Regierung in Damaskus scheiterte. Russland und der Iran griffen militärisch auf Ersuchen der syrischen Regierung ein.

Der damals aktuelle Imperator Obama und sein republikanischer Kriegsfalke John McCain fädelten eine Abkommen mit den Kurden ein: der IS war verloren, Russland und der Iran kleckern nicht, sie schlugen zu, vernichtend zu, also mussten andere Statthalter her. Das Land sollte geteilt werden. Die Kurden bekämen, wie Don Trump mittlerweile ausgeplaudert hat, amerikanische Waffen und syrische Ölfelder als Sold für Kriegsdienste im Auftrag und zum Wohle des Imperiums. Als Schutzmacht und Ausbilder stationierten die USA mehrere tausend Soldaten in Syrien. Einfach mal so. Ohne UN-Mandat, gegen den Willen der Syrischen Regierung.

II

Trump sieht sich nicht an illegale Söldnergeschäfte seiner Vorgängerregierung gebunden. Ihm steht die Wiederwahl in das Haus, er hat Wahlversprechen einzuhalten um seine Basis bei der Stange zu halten, und ein Ende der endless useless wars war eines davon. Diese illegal, wie man es heute nennt: völkerrechtswidrig stationierten Truppen abzuziehen ist eine Geste. Die Rolle des Volkstribun war sein Trumpf gegen Hillary, die, wie Tulsi sie nun nannte, „Queen of Warmongers“ (Königin der Kriegstreiber) –

…sie ist sein Trumpf gegen Hillarys männlichen Schatten Joe Biden.

III

Für die Türkei entsteht jetzt ein Problem. Die aktiven kurdischen Söldnereinheiten in Syrien sind eine Unterformation der PKK. Unter überhaupt keinen Umständen können die türkischen Behörden dulden, dass amerikanische Kriegswaffen, die auf dem aktuellen Stand der Technik sind, einschließlich Manpads, mit denen Hubschrauber und Flugzeuge abgeschossen werden können, in die Hände der in der Türkei aktiven PKK gelangen! Ob das einem gefällt oder nicht, Erdogan kann gar nicht anders, als in Syrien einzumarschieren um das zu unterbinden. Eine andere Möglichkeit existiert nicht. Diesmal hat das absolut gar nichts mit seinen osmanischen Reichs-Träumen zu tun.

Der deutsche Außenminister Heiko Maas gibt den Halbstarken. Plappert etwas von Sanktionen, klopft Sprüche aus der linken Studentenkneipe, das Wort „Menschenrechte“ muss auch mal wieder herhalten, Erdogan nennt ihn einen „politischen Dilettanten“. Selbst das ist noch ein Kompliment. Heiko kann genau zwei Sachen: Zum ersten weiß er genau wann er welchen Hintern küssen muss und wann er zu wem frech werden soll. Zum zweiten kann er die oben erwähnten Sprüche aus der linken Studentenkneipe aufsagen. Nebenbei hat die SPD ein Existenz-bedrohendes Problem – wenn sie bei den nächsten Wahlen nicht über die 8% kommt, wonach es nicht aussieht, ist sie finanziell bankrott; ihr Geschäftsmodell ist von Mandaten und Zugriff auf Steuergeldverteilung abhängig. Sich ein bisserl PEGIDA anbiedern indem man von Berlin aus gegen den Moslembruder Erdogan belfert kommt da gerade mal recht. Zugleich kann man sich als Verteidiger der Kurden-Romantik gewisser deutscher Linker aufblasen.

IV

Diese besagte Romantik hat im Kontext Syrien einen besonderen Grad erreicht.

„Grad was?“ – Finden Sie ein Wort!

Ich erinnere an den Auftritt bei einer Bundespressekonferenz:

Das ganze wird für meinen Geschmack ziemlich unappetitlich, wenn man gewisse Fakten berücksichtigt, welche diese „Frauenrevolution“ betreffen. Damit meine ich im Besonderen, 12-, 13-, 14jährige Mädchen zu Kindersoldaten abzurichten. Aus meiner Sicht gibt es überhaupt keine Rechtfertigung dafür, Kinder zu Menschen zu erziehen, die Menschen töten. Ich mach‘ da keinen Unterscheid zwischen Hitlers „letztem Aufgebot“, den sattsam bekannten Warlords in Afrika, die sich Buben nehmen, oder kurdischen Söldnern, die nach Ölfeldern greifen und sich Mädchen nehmen, weil das so herrlich progressiv wirkt. Die Rekrutierung und der Einsatz von KindersoldatInnen ist pervers und verbrecherisch!

YPG opfert die eigenen Töchter, um mit Hilfe des US-Imperiums Ölfelder zu erobern, analog zu den irakischen Peschmerga. Klar, wären sie erfolgreich gewesen würden sie bestimmt alle paar Jahre Wahlzettel in Urnen werfen, darauf legen die Amis Wert, das wird von „Alliierten“ erwartet.

Um komische deutsche linke Frauen, die das scharf macht, sollte man einen großen Bogen machen!

V

Der Bundestag.

Nun, jedenfalls was die Außenpolitik anbelangt, komme ich nicht umhin festzustellen, dass die da nicht einmal Dilettanten sind, denen fehlt so komplett die Fähigkeit, Realitäten auch nur wahrzunehmen, die sind Schildbürger!

Egal ob Heikos SPD, Union, GRÜNE, Linke, da erzählt jede und jeder sein/ihr Lieblingsmärchen aus dem wilden Kurdistan und richtet danach seine politische Haltung aus.

Spätestens, wenn man an dem Punkt angekommen ist, seine eigene Propaganda zu glauben, sollte man abtreten. Das kann nur in er Katastrophe enden!