Eintrag 77: Katja Kipping kann nicht analysieren

Eintrag 77: Katja Kipping kann nicht analysieren

Ich beginne aber mit AKK: deren Rückzug ist die folgerichtige Konsequenz aus Thüringen. Erst hat die Thüringer Regionalfiliale ihr die Gefolgschaft verweigert, dann die Partei selbst. Sie hat begriffen, dass sie ohne Angela Merkel nicht genug Einfluss nehmen kann, um der Partei die Richtung vorzugeben. Sie musste gehen und sie hat den Zeitpunkt so gewählt, dass sie es gesichtswahrend tun konnte.

Thüringen war eine Niederlage für die Kanzlerin.

Hören wir uns jetzt an, wie Katja Kipping es sieht:

Frau Kipping ist eine typische „Ich finde, dass“-Linke. Sie reagiert auf Ereignisse mit der Bildung irgend einer Meinung. Das steht ihr natürlich zu, aber als Beobachter fragt man sich schon: was qualifiziert sie eigentlich für den Parteivorsitz der Linken? Frau sein und hübsch aussehen reichen auf Dauer nicht! Oder es reicht, nur wird die Linke damit nicht erfolgreich werden können.

Es beginnt schon mal damit, dass sie das Narrativ mit trägt: Faschist sei, wer in der AfD ist.

Ich wiederhole es zu millionensten mal: es gibt sicher Faschisten in der AfD. Die AfD arbeitet auch mit Faschisten zusammen. So ist beispielsweise Götz Kubitschek ein waschechter NAZI. Woher ich das wissen will? Götz Kubitschek betrachtet das „Unternehmen Barbarossa“ als Präventivkrieg gegen die UdSSR. Ausschließlich NAZIs betrachten den Überfall auf die UdSSR als Verteidigungsmaßnahme Deutschlands. Das war die propagandistische Rechtfertigung der NSDAP-Führung. Wer in solchen Fragen offizielle Standpunkte der NSDAP vertritt, offenbart sich als NAZI.

Die wirklich gefährlichen Faschisten aber sitzen in der Union und in der SPD. Die Methode des Faschismus besteht darin, den Staat als Istrument zur Durchsetzung der Interessen des Monopolkapitals zu instrumentalisieren.

Also nicht einfach individuelle Politiker zu schmieren, das ist banale Korruption, die überall existiert, sondern Privatkapital und Staat zu fusionieren! Darum ist die Gleichsetzung von Sozialismus und dem, was unter Hitler Nationalsozialismus genannt wurde, Unsinn. Sozialismus setzt die Enteignung der Produktionsmittel und die Vergesellschaftung des Kapitals voraus. Faschismus tut das genaue Gegenteil: wenn man will, kann man es so vorstellen: die Monopolkapitalisten kaufen sich den ganzen Staat zu Schleuderpreis und ordnen ihn sich unter.

Das hat Frau Kipping offensichtlich noch nicht begriffen.

Dann: es ist Unsinn, zu behaupten, der Rücktritt AKKs wäre eine Konsequenz aus der „Äquidistanz“ zur Linken und zur AfD. Die Verwendung des Wortes „Äquidistanz“ ist bereits Unsinn, aber das nur nebenbei, wir verstehen ja, was sie sagen möchte. Plus: sie übernimmt damit ja eigentlich auch nur den Sprachgebrauch der Union.

Kipping zielt auf eine „Einheitsfront“ der Altparteien gegen die AfD ab.

Das bedeutet, sie will mit der Partei des Monopolkapitals, der Union (auch wenn die sich als 2 Parteien ausgibt, siehe bayrischer Sonderweg, ist es 1 Partei) gegen die Anti-Merkel-Abspaltung der Union AfD ein Kartell bilden.

2 (rhetorische) Fragen: 1. warum sollte die Union das wollen; 2. wer braucht eine Linke, die das will?

Nun, ich nehme an, das Kanzleramt hat der Linken zugesagt, Bodo darf mit Duldung der Union Landgtaf von Thüringen bleiben.

Aber da hat die Linke einfach die Rechnung ohne den Wirt gemacht!

Oder sie hat Angela Merkels Position in der Partei überschätzt. Die Nachfolgekriege haben längst begonnen. Es gibt sicherlich weit mehr Personen in der Union, die eine Zusammenarbeit mit der Linken weit schlimmer finden als eine Zusammenarbeit mit der AfD, den eigenen abtrünnigen Kindern. Eine Linke, die die Partei des Monopolkapitals der AfD vorzöge wäre auch wirklich endgültig ein Treppenwitz.

Man hat sich in Berlin sichtlich geeinigt, die Union zu schonen und für die Komödie von Erfurt die FDP zu prügeln.

Immer auf die Kleinen!

Abe was hat die denn getan? Sie hat einen Kandidaten für das Amt des Ministerpräsidenten aufgestellt und gewonnen. Natürlich macht man so etwas nicht spontan und nicht ohne sich abgesprochen zu haben. Diese Absprache war erfolgreicher als die Absprache der Linken mit der Kanzlerin. Mehr ist es nicht.

Zweimal hintereinander hat die FDP sich offen gegen die Kanzlerin gestellt. erst, als sie Schwarz-Gelb-Grün hat platzen lassen, nun hier. Das machen die nicht ohne Rückversicherung. Die heißt meins Erachtens: Absprachen mit Friedrich Merz!

Zwei Lehren sind aus meiner Sicht dem Thüringen-Spektakel zu entnehmen:

Erstens, dass im der gegenwärtigen Bundesrepublik Deutschland die Linke eine Spielzeugpartei von Muttis Gnaden und die AfD ein realer Machtfaktor ist.

Zum Zweiten – die FDP wurde dem Pöbel zum Fraß vorgeworfen; es ist erschreckend, wie leicht und dankbar gehirnloser Mob in Pogromstimmung versetzt werden kann.